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Sonne statt Atom: Tschernobyl mahnt

Altdorf - Mit einem Infostand anlässlich des 21. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wollten die Altdorfer Grünen auf die reichlich zur Verfügung stehenden alternativen Energien und die Notwendigkeit einer Verringerung des CO2–Ausstoßes auch in Altdorf hinweisen. Der alte, schon unter Franz-Josef-Strauß ad absurdum geführte Lobbyismus bezüglich der Atomkraft darf nicht wieder zu neuem Leben erweckt werden. Die Entsorgung des atomaren Restmülls (wenn überhaupt möglich) ist immer noch nicht „geregelt“, geschweige denn, wer die Kosten dafür bezahlt?

Angesichts der spürbaren Klimaveränderung sollte sich nach Ansicht von Kreisrätin Siegrid Ederer der Altdorfer Stadtrat verbindlich dazu bekennen, mehr für die Umwelt zu tun. Viele Anträge der Grünen verpufften in den vergangenen Jahren und wurden nur halbherzig umgesetzt. Die Bürgersolaranlage scheiterte unter anderem auch an der restriktiven Haltung im Altdorfer Rathaus, was die Dachnutzungsverträge anbelangt.

Die energetische Gebäudesanierung bei allen eigenen Gebäuden muss weiter forciert werden, eine deutliche Minderung des Energieverbrauchs ist das Ziel. Dabei muss auch das Anstrahlen der Laurentiuskirche auf den Prüfstand und sollte nur in Ausnahmefällen stattfinden, z.B. bei den Wallenstein-Festspielen oder an Feiertagen, fordern die Grünen.

Der gesamte städtische Fuhrpark muss auf Umweltverträglichkeit überprüft werden, die mehrfach beantragte Nachrüstung mit Dieselrußfiltern ist endlich umzusetzen, immerhin gibt es dabei pro Fahrzeug 330,- € Unterstützung vom Staat. Die Feinstaubbelastung muss auch in Altdorf gemessen werden, dies wurde von den Grünen schon einmal beantragt.

Bei der Erstellung von neuen Bebauungsplänen müssen Dachrichtung nach Süden und andere energiefreundliche Maßnahmen verbindlich vorgeschrieben werden, fordert Stadtrat Horst Topp. Solar- bzw. Fotovoltaikanlagen sollten der Normalfall sein, nicht die Ausnahme. Die Aktion für Bürgersolaranlagen wie in Burgthann und Schwarzenbruck soll erneut auf den Weg gebracht werden. Am besten wäre es, wenn die Initiative von der Stadt selbst ausgeht, ergänzt Margit Kiessling. Großzügige Nutzungsverträge fördern die Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürger an einer solchen Anlage. Der geringe Anteil der erneuerbaren Energien bei den Stadtwerken, von derzeit 14 Prozent, sollte im Laufe der nächsten Jahre zumindest Landkreisniveau erreichen, fordern die Grünen.

Pressemitteilung, Bündnis 90/Die Grünen, OV Altdorf

April 2007