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Leserbrief Pegnitz Zeitung 7.7.2021

Röthenbach – viele Diskussionen um die Kindertagesstätte im Pegnitzgrund


Röthenbachern, die die Kita-Planung verfolgen, fällt sicher auf, dass die geplante Kita im Pegnitzgrund (neben dem FCR) auffällig häufig kontrovers diskutiert wird und auch im extra dafür vorgezogenen BUSSK am 13.7.2021 wieder auf der Tagesordnung steht.
Tatsache ist, dass mit der „Projekt Pegnitzgrund GbR“ ein privater Investor gefunden wurde, der das Grundstück vom FC Röthenbach bereits erworben und mit einem Gebäude nach hohen Klima- und Umweltstandards beplant hat. Dies ist nicht nur für die Stadt, die sonst die Kosten für das Grundstück selbst tragen müsste, sondern auch für den FCR ein finanzieller Glücksfall. Von der Nachbarschaft zum FCR und einer evtl. möglichen Kooperation sind auch die Johanniter, die diese Kita betreiben werden, begeistert.
Da es laut den Stadträten der CSU angeblich einen erhöhten Bedarf im Bereich Seespitze gibt, haben sie eine alternative Kita im hinteren Teil des Schumacherrings vorgeschlagen. Wir haben in der Stadtverwaltung nachgefragt und erfahren, dass es dort nach aktueller Einschätzung keinen erhöhten Bedarf gibt und dieses Jahr noch keine Familie in der nahegelegenen AWO-Kita abgewiesen werden musste. Im Gegenteil musste der Evangelische Kindergarten (direkte Nachbarschaft zur geplanten Kindertagesstätte) Kinder abweisen, die in Laufnähe wohnen. Auch die geplanten Neubauten in diesem Bereich der Stadt (z.B. Schnackenhof-Karree mit überwiegend Wohnungen für Familien, Kinoberg) zeigen einen Bedarf in diese Richtung an. Vor allem wählen viele Eltern den Kindergarten in einem Umkreis von wenigen Kilometern nach Konzept und weniger nach Laufweite.
Zu klären ist die Verkehrssituation der Zufahrt zu der geplanten Kita im Pegnitzgrund. Das kürzlich fertiggestellte Gutachten wird in der kommenden BUSSK-Sitzung besprochen. Auch wäre die Verkehrssituation bei der vorgeschlagenen Alternative im Schumacherring eine erhöhte Belastung für die Anwohner.
Gerade für Investoren, die möglichst Umwelt-, Klimaverträglich und finanzierbar bauen möchten, ist Planungssicherheit wichtig. Umso mehr überrascht der Antrag der CSU mitten in der Planungsphase bezüglich einer Erhöhung des Standards auf KfW 40. Noch ist nicht klar, wie hoch die Mehrkosten wären und ob der Investor diesen Standard umsetzen kann. Im Antrag genannte zusätzliche Fördermittel sind nach Aussage der Verwaltung zudem nicht zu erwarten. Daher wurde beschlossen zunächst eine Stellungnahme des Investors abzuwarten und die Entscheidung bis dahin zu vertagen.
Durch einen Änderungsantrag der GRÜNEN möchten wir zukünftig erreichen, dass Investoren eine klare Leitlinie für energieeffizientes Bauen mit zukunftsorientierten, aber auch realisierbaren Standards vorliegt: zeitnah wird die „Projekt Pegnitzgrund GbR“ dazu angehalten, möglichst hohe Standards bezüglich Energieeffizienz, nachhaltiger Bauweise und der Nutzung erneuerbarer Energien einzuhalten. Darüber hinaus wird der Ausschuss für Bauangelegenheiten und Stadtentwicklung beauftragt, Leitlinien vorzuschlagen, welche bei künftigen Baumaßnahmen der Stadt und ihrer Einrichtungen bezüglich Umwelt- und Klimaverträglichkeit gelten sollen.
Wir blicken gespannt auf die kommende Sitzung des Bauausschusses (voraussichtlich am 23.9.2021) und hoffen, dass solch eine zukunftsweisende Leitlinie für künftige Baumaßnahmen von allen Fraktionen gemeinsam erarbeitet wird!
Uns GRÜNEN in Röthenbach ist es wichtig, möglichst energieeffizient, planungssicher, aber auch finanzierbar zu bauen, um notwendige Kita-Plätze rechtzeitig, bedarfsorientiert und mit guten Konzepten bereitstellen zu können. Es bleibt zu hoffen, das die Kita im Pegnitzgrund im September 2022 eröffnet werden kann und so eine erneute Container-Lösung für die Kinder nicht notwendig sein wird.


Lisa Siggelkow und Marcus Prümmer (Vorstand des Ortsverbandes Bündnis 90/die Grünen)