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Kombinierte Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen und des Ausschusses für Bauangelegenheiten und Stadtentwicklung, 15.09.2022

Tagesordnung

Anwesend: Udo Kraußer (CSU), Evi Kraußer (CSU), Stefanie Cortus (CSU), Helmut Schmidt (CSU), Stefan Wisatzke (CSU), Karl-
Heinz Pröbster (CSU), Martin Ring (Freie Wähler), Walter Riedl (Freie Wähler), Thomas Übelacker (Freie Wähler), Franz Huber (Freie Wähler), Marco Heisig (Bündnis 90/die Grünen), Katharina Angermeier (Bündnis 90/die Grünen), Mechthild Scholz (Bündnis 90/die Grünen), Dieter Hammer (Bündnis 90/die Grünen), Markus Buchner (SPD), Karin Rose (SPD), Thomas
Jenneman (SPD)

 

Top 1 Errichtung einer Bio-LNG-Anlage auf dem gewerblichen Betriebsgelände Fl.Nr. 447/6 Gemarkung Röthenbach a.d.Pegnitz, Röthenbachtal 1; Projektvorstellung und ggf. empfehlende Beschlussfassung für die Aufstellung eines Bebauungsplanes

Hintergrund:

Die Firma Open Grid Europe (Fernleitungsnetzbetreiber, extra aus Essen angereist) hat bis 2015 auf dem Grundstück eine Gasverdichtungsstation betrieben. Nach dem Rückbau soll jetzt eine Bio-LNG-Anlage errichtet werden, die neue Firma soll dann auch Sitz in Röthenbach haben.

Sie entnehmen Erdgas aus den Pipelines und verflüssigen das (Anlieferung in Rohrleitungen mit bis zu 65 bar. Druck reduzieren. CO2 entfernen. Dann Verflüssigen durch Kühlung). Mit dem verflüssigten Erdgas sollen dann LKW-Tankstellen in der Region beliefert werden (150 t/Tag entsprechen 400.000t CO2 pro Jahr, 8-9 Tanklastwagen pro Tag, die werden wiederum mit LNG betrieben).

Das Gas, das sie aus den Pipelines nehmen, wird zertifiziertes Biomethangas sein, welches hauptsächlich im Norden von Deutschland produziert wird (Nachhaltigkeitszertifikat von Bundesbehörde. Biogas aus Reststoffen). Vor Ort wird also nur Gas verflüssigt, kein neues Gas erzeugt. Natürlich ist das Gas aus den Pipelines tatsächlich ein Gemisch, da funktioniert das Gasnetz ähnlich wie das Stromnetz (mit Öko-Strom).

 

Diskussion:

  • Dieter Hammer (Bündnis 90/die Grünen):
    • Fraunhofer: Gas ist gut für Decarbonisierung im Verkehr.
    • Welche Qualität hat das Bio LNG? → Gülle, Stroh, Mist. Keine Nahrungsmittel.
    • Wie viele Standorte wird es in Deutschland geben? → Erstmal nur dieser. Aber dann halt Tankstellen.
    • Wie viele Arbeitsplätze? → 4 vor Ort. Aber einige können erhalten bleiben.
    • Hat Wasserstoff im Netz Einfluss auf diese Investition? → Müsste abgetrennt und dann wieder zugefügt werden. Kann aber weiterhin funktionieren.
  •   Freie Wähler:
    • Wie ist das mit dem Methan? → Das sorgt dann dafür, dass der Biomethan-Anteil im Gasmix größer wird. Ähnlich wie beim Stromnetz.
    • Methan ist sehr klimaschädlich, kommt das dann vor? → Das Gas soll alles verflüssigt werden, es wird kein Gas in die Atmosphäre kommen. Nur manchmal, z.B. bei Wartungen. Z.B. Gülle würde auf Feldern Methan abgeben, sie sorgen dafür, dass dieses Methan nicht in die Atmosphäre kommt, daher CO2 Reduktion von 200%.
    • Welcher Energieaufwand? → 4-5 MW.
    • Kann in der Anlage CO entstehen? → Das wird in Emissionsschutzgenehmigung beurteilt. Da wird das im Detail untersucht. Da gibt es strenge Grenzwerte.
    • Wie ist der aktuelle Stand mit LNG Verwendung? → Einige Logistik-Flotten haben schon komplett umgerüstet. Im Schwerlastverkehr gibt es das schon viel.
      Könnten sie auch Klärschlammverwertung machen? → Herr Kögler Landratsamt: Konflikt mit Firma Linde.
    • Für die 4-5 MW sind da Solaranlagen oder so geplant? → PV ist vorgesehen, aber sie sind auf Netzstrom angewiesen. Ist aber noch nichts konkret.
  •  Klaus Hacker (1. Bürgermeister, Freie Wähler):
    • Muss man die LKW dann umbauen damit die LNG tanken können? → IVECO hat viele mit größeren Tank, da steht dann auch LNG drauf.
  • Marco Heisig (Bündnis 90/die Grünen): Wieso lohnt es sich das Gas zu verflüssigen und wieso nimmt man nicht das Flüssiggas das wir kaufen bzw. importieren? → Das Ziel ist auch inländische Anlagen zu haben.
  • SPD
    • : Welche Risiken gibt es? → Auswirkung auf 117 m Radius möglich. In dem Bereich ist aber nichts „schützenswertes“ nach gesetzlichen Regelungen.
    • Ist da auch eine Tankstelle geplant? → Ist nicht interessant für sie, ist auch schwierig im Sicherheitskonzept umzusetzen.
  • CSU:
    • Alle Anlagen die er kennt werden überwiegend mit Nahrungsmitteln betrieben. Ist das dann irgendwie garantiert dass da nie Nahrungsmittel verwendet werden?→ Es gibt u.A. im Norden Deutschlands einige, die ohne Nahrungsmittel arbeiten. Sie haben das für diese Anlage vertraglich festgelegt dass keine Nahrungsmittel verwendet werden.
    • Er hatte Bedenken wegen Störfällen, aber die 117m sind beruhigend.
    • Ist die Technologie schon erprobt? → Ja, vor allem in skandinavischen Ländern.
    • Wie ist das Verhältnis zur GasCom? → Die sind „nur“ Kunde. Es gibt einen langfristigen Abnahmevertrag.

 

Beschluss: Der kombinierte Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen sowie Bauangelegenheiten und Stadtentwicklung nimmt die Projektvorstellung für die Errichtung einer Bio-LNG-Anlage auf dem gewerblichen Betriebsgelände Fl.Nr.447/6 Gemarkung Röthenbach a.d.Pegnitz Röthenbachtal 1 zur Kenntnis und empfiehlt dem Stadtrat, für die im Stadtteil Röthenbachtal im Flächennutzungsplan (2013) als gewerbliche Baufläche dargestellten Grundstücke einen zur Realisierung des Vorhabens unter Einbeziehung der Produktionsstätte der Fa. Linde erforderlichen Bebauungsplan aufzustellen. Über die Vorbereitung und Durchführung der Maßnahme einschließlich Kostenübernahme ist mit dem Investor ein städtebaulicher Vertrag gem. § 11 BauGB zu schließen.


Abstimmung: Einstimmig angenommen