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Nürnberger Land: Grüne im Kreistag beantragen Resolution gegen Laufzeitenverlängerung der bayerischen Kernkraftwerke

NÜRNBERGER LAND - Die Grüne Kreistagsfraktion will die Pläne der Bundesregierung zur Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten nicht so hinnehmen und beantragt eine Resolution des Kreistags dagegen.

Das Nürnberger Land liegt im Gefährdungsbereich von mehreren Atomkraftwerken und wäre bei einem ernsten Störfall in den alten Kraftwerken Isar 1, Grafenrheinfeld und Gundremmingen auch von radioaktiver Verstrahlung betroffen. Das 31 Jahre alte Kraftwerk Isar 1 bei Landshut ist ca. 120 km Luftlinie von Lauf entfernt, Grafenrheinfeld (29 Jahre alt) ist nur 80 km und Gundremmingen (26 Jahre) 135 km entfernt.

Insbesondere für das seit 1979 laufende Atomkraftwerk Isar 1, das 2011 stillgelegt werden sollte, bestätigt ein TÜV-Gutachten, dass es trotz teurer Nachrüstungen unterhalb des aktuellen Sicherheitsniveaus liegt: Die dünnen Wände des Reaktorgebäudes bieten keinen ausreichenden Schutz, beispielsweise gegen einen Flugzeugabsturz und auch das Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente ist zu leicht angreifbar. Die Möglichkeiten zur Störfallbeherrschung sind deutlich schlechter als bei jüngeren Kernkraftwerken und es kann schneller zum Austritt von Radioaktivität kommen. Deshalb wäre bei Isar 1 sogar eine sofortige Stillegung aus Sicherheitsgründen angezeigt.

Wie schon mehrere bayerische Städte und Landkreise soll sich nach Ansicht der Grünen auch unser Landkreis gegen eine Gefährdung durch Kernkraft wehren. Statt auf Atomstrom soll das Nürnberger Land auf Energie-Effizienz, energiesparende Techniken und erneuerbare Energien setzen.

Der Wortlaut der Resolution:
Der Kreistag des Landkreises Nürnberger Land appelliert an die Bundeskanzlerin, an den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, an die Fraktionen im Deutschen Bundestag und an den bayerischen Ministerpräsidenten, die derzeitig geltende Laufzeit der Atomkraftwerke Isar 1, Grafenrheinfeld, und Gundremmingen nicht zu verlängern.

In jedem Fall ist bei einer Verlängerung der Laufzeit von kerntechnischen Anlagen eine Einzelfallprüfung unter besonderer Betrachtung der sicherheitstechnischenVoraussetzungen durchzuführen.

 

Pressemitteilung vom 23. September2010

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreistagsfraktion Nürnberger Land