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"Aus der Krise hilft nur Grün!"

Grünen-Landeschef Dieter Janecek zu Gast in Lauf:
"Mit grüner Wirtschaftspolitik eine Million neue Arbeitsplätze in vier Jahren möglich"

Lauf - Auf Einladung von Bürgermeister Benedikt Bisping sprach der Nachwuchspolitiker und neue grüne Landesvorsitzende in Bayern Dieter Janecek im Alten Rathaus in Lauf über gewaltigen Potentiale einer konsequent nachhaltigen Ausrichtung der Wirtschaft und Gesellschaft.

"Die Märkte der Zukunft sind grün", so Janecek zu Beginn seiner Rede. Vom UN-Generalsekretär bis zum Bundespräsidenten habe dies mittlerweile so gut wie jeder begriffen. "Warum geben wir aber weiterhin rund 80 Mrd. Euro jedes Jahr für den Import fossiler Energien an den lupenreinen  Demokraten Putin in Russland oder die Scheichs in Saudi-Arabien?", so die Frage des Landesvorsitzenden in die Runde der gut besuchten Informationsveranstaltung.

Insbesondere für die Kommunen relevant hält Janecek den grünen Vorschlag mit einer neuen Energieeinsparverordnung und geändertem Mietrecht in kurzer Frist die jährliche Sanierungsquote von derzeit 0,6 Prozent auf 2 Prozent steigern. Das wäre ein Investitionsschub von bayernweit deutlich mehr als 1,5 Milliarden Euro, der die Beschäftigungssituation vor allem im lokalen Handwerk massiv verbessern würde." Im Rahmen eines grünen Investitionsprogramms sollen zudem alle öffentlichen Gebäude in den nächsten Jahren zügig modernisiert werden.

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sei gerade für den ländlichen Raum eine große Chance Arbeitsplätze in der Region zu sichern und sich unabhängig von der "Abzocke der großen Stromkonzerne" zu machen. Allein in diesem Bereich bestehe ein Arbeitsplatzpotential von über zusätzlichen 200.000 Jobs in den nächsten vier Jahren. Es ist hingegen traurig, dass Bayern weiterhin seine Schlusslichtstellung bei der Windkraft zementieren will, obwohl auch hier große Poteniale an verträglichen und offziell ausgewiesenen Standorten bestehen. Auch die Landwirtschaft hat der grüne Landesvorsitzende im Blick: "Der Biolandbau ist weitaus arbeitsintensiver als die konventionelle Landwirtschaft. Während Österreich hier bereits Vorreiter ist, hinken wir in Bayern immer noch hinter her. Deshalb brauchen wir neben einem Verbot der Agrogentechnik erhöhte Förderprämien für die Umstellung auf Biolandbau sowie die konsequente Ausrichtung der Agrarsubventionen an
Umwelt- und Klimaschutzinvestitionen.", so Janecek.

Zudem lohne sich, auch in Zeiten von großen Marktveränderungen, in Bildung zu investieren. Neue Produkte und Dienstleistungen sowie die Demographie werden den Facharbeitermangel in den nächsten Jahren verschärfen. Um so wichtiger sei, dass weiter verstärkt in die Ausbildung von jungen Leuten investiert wird. Positives Beispiel sei die Ausbildungsplatz-Qualifizierungsinitiative in Lauf, an der Hauptschüler, die Stadt, Betriebe und Volkshochschule Hand in Hand arbeiten. Hier
gewinnen alle: Die Jugendlichen, die Betriebe und die ganze Stadt. Auch dies fördere Beschäftigung auf Jahre. Zudem entstehen neue Arbeitsplätze in den sozialen Berufen: Von der Kinderkrippe über die Jugendsozialarbeit sowie in der Pflege bestehe noch großer Nachholbedarf. Kommunen, wie Lauf, die hier investieren, haben einen Standortvorteil und werden davon profitieren, in dem die
Lebensqualität einer Stadt steigt. Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping ergänzte, dass nach einer Studie des Bundesumweltministeriums schon jetzt weit über eine Million Menschen in Deutschland in den breiten Feldern des Natur- und Umweltschutzes arbeiten sollen und somit mehr als in der Automobilindustrie.

Wie die anschließende Diskussion aufzeigte, müssen die Zukunftinvestionen auch nicht an der Finanzierung scheitern. So zeigen die Sanierungsprogramme im Landkreis und in der Stadt, dass sich beispielsweise energetische Investitionen bereits nach kurzer Zeit rechnen oder auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern die Bereitschaft steigt, in nachhaltige Projekte zu investieren. So seien auch die weiterhin gefragten Bürgersolaranlagen sowie ökologische Geldanlagen gute Belege dafür.

 PRESSEMITTEILUNG vom 01.08.2009