Geflüchtete Menschen in Lauf – Wie geht es ihnen?

MIT-Ausgabe Oktober 2021 | Fraktionsartikel DIE GRÜNEN

Die aktuellen Bilder von verzweifelten Menschen seit der Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan rücken das Thema Flucht und Vertreibung wieder stärker ins Blickfeld.

2015 – Flüchtlingskrise. Angela Merkels Ansage: “ Wir schaffen das“ wurde seitdem vielfach kritisiert und doch als starker Impuls zu helfen aufgenommen.

Was haben wir seither „geschafft“? Wie ist die Situation heute, 2021 hier in Lauf?

Mit teilweise mehr als 500 Geflüchteten im Jahr 2015, verteilt auf fünf verschiedene Unterkünfte hat Lauf im Landkreis Nürnberger Land eine große Aufnahmeleistung erbracht. Mittlerweile gibt es noch drei Einrichtungen in denen rund 200 Menschen leben die auf einen Bescheid zu ihrem Asylantrage warten oder auf Wohnungssuche sind, da sie die Erlaubnis haben auszuziehen.

Wo stehen nun heute die damals Geflüchteten in unserer Stadt? Durch unsere ehrenamtliche Arbeit mit Geflüchteten kennen wir viele, die auf gutem Weg sind auf eigenen Beinen zu stehen.

Seit 8 Jahren arbeitet A.M., gelernter Bankkaufmann, als Helfer im Verkauf und ist zuständig für das Einräumen der Ware. Seine Frau hat an der Berufsschule als Jahrgangsbeste den Abschluss in der Gastroklasse geschafft und arbeitet im Laufer Krankenhaus. Die Familie ist nur geduldet, dürfte nun zwar aus der ihnen zugeteilten Unterkunft ausziehen und sich mit ihren beiden 4 und 7 Jahre alten Töchtern, die hier geboren und aufgewachsen sind und durch ihren Kindergartenbesuch perfektes Deutsch sprechen, eine eigene Wohnung suchen. Dies gestaltet sich allerdings schwierig, wegen der Lage auf unserem Wohnungsmarkt. 

T.M hat es geschafft eine Wohnung zu finden. Er ist im dritten Ausbildungsjahr zum Einzelhandelskaufmann und einer der Klassenbesten. In seiner Heimat hat er bereits einen Bachelorabschluss in BWA. Mit seiner Frau und den kleinen Kindern lebt er nun in einer Wohnung. Doch auch sein Aufenthaltsstatus ist nach wie vor befristet, obwohl faktisch Krieg in seiner Heimat Äthiopien herrscht und Millionen von Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht sind.

A.M. ist im dritten Ausbildungsjahr zum Altenpfleger an der Fachschule für Altenpflege in Lauf. In seiner Heimat hat er bereits eine Ausbildung zum Krankenpfleger gemacht, die leider hier in Deutschland nicht anerkannt wird. Er bringt Erfahrung und Fachwissen mit, was den Menschen die er betreut zu Gute kommt.

So ließe sich die Reihe der Beispiele fortsetzen. Alle verbindet der unbedingte Wille trotz ihrer traumatisierenden Erfahrungen auf dem Weg zu uns, ein Teil unserer Gesellschaft zu werden.

Sie und ihre Kinder, die hier aufwachsen, Kita und Schule besuchen, sind ein wichtiges Kapital für unsere wirtschaftliche Zukunft. Einen wichtigen Beitrag leisten hier die Sprach- Kitas der Stadt Lauf. Das Bundesprogramm „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, wird hier seitens unserer Kommune durch gut geschulte Fachkräfte seit vielen Jahren nachhaltig und mit großem Erfolg umgesetzt.

Im August 2021 verkündete der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit in der „Süddeutschen Zeitung“: “Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Also deutlich mehr als in den vergangenen Jahren“. Wir benötigen diese um unseren Mangel an Arbeitskräften in den Bereichen Pflege, Industrie, Handel und Handwerk auszugleichen.

Gut ausgebildete Geflüchtete könnten, nicht nur, aber auch einen Teil dieses Bedarfes decken.

Erika Vogel und Gertrud Behrmann-Haas
für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

 



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