„Plastic Planet“ Gefragte Veranstaltung der Laufer Grünen im PZ - Kulturraum Lauf

Die vielen Teilnehmer, darunter zahlreiche junge Menschen und Schüler, waren sich nach dem Film einig, dass man am liebsten sofort alles Plastik aus dem Haus und dem Einkaufskorb verbannen möchte. Moderatorin Eva Kneißl betonte, dass die Veranstaltung informieren und zum Nachdenken motivieren soll, damit jede(r) durch eigenes Handeln konkrete Beiträge zur Abfallreduktion und damit zum Umwelt- und Klimaschutz leisten kann. Sie hatte dafür auch ein paar kompetente Gäste mitgebracht. Schon in der Vorstellungsrunde wurde klar, dass sowohl Roland Mietke von zero waste Nürnberghttps://www.zero-waste-helden.de/, die Müllvermeiderin und Bloggerin Anne Tieselerals auch Tabea Spannring, Umweltaktivistin am Laufer CJT Gymnasium und Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping die Sorge umtreibt, der Plastikflut auf unserem Planeten sei ohne Handeln und Umdenken nicht mehr beizukommen.

Der Film veranschaulicht das auf unsentimentale, präzise, erschreckende und dennoch österreichisch charmante Weise. Boote spricht mit Vertretern der Industrie, mit Chemikern, Medizinern, Verbrauchern und Forschern weltweit. Er zeigt auf, dass Plastik unser Leben ab dem ersten Schnuller bis zur letzten Tablettenschachtel bestimmt und wir ihm nicht entkommen können. Denn: Kunststoffe gibt es in vielerlei Ausführungen - ob elastisch, hart, bruchfest oder temperaturbeständig - und sie werden überall eingesetzt: Etwa als Textilfasern, Verpackungs- oder Dämmmaterialien, als Spielzeug, Küchengerät oder Bodenbelag, in der Elektrotechnik, im Fahrzeugbau als auch in Lacken, Klebstoffen, Pflege- und Reinigungsmitteln! Die Zu-sammensetzung der jeweiligen Produkte ist meist ein Geheimnis der Hersteller und weder Industrie, noch Handel oder Verbraucher wissen oft, was sie da verwenden. Hinzu kommt: Plastik verändert sich, gibt Stoffe frei, wird zerkratzt, gast aus oder altert und wird brüchig. Unsere Nahrung ist entsprechend voll damit, auch unsere Haut nimmt die Substanzen auf, wir atmen sie ein und in unserem Blut bewegen sich winzigste Partikel.

Nicht ohne Folgen: In den letzten 50 Jahren hat sich die Spermaproduktion beim Mann um 53 % verringert, wobei unfruchtbare Paare mehr Plastik im Blut haben als unfruchtbare. Plastik tötet nicht – aber es verursacht Krankheiten, wie Asthma, Allergien, Fettleibigkeit, Hormonveränderungen und Krebs! Um die Menschen vor den Negativfolgen der Kunststoffwelt zu schützen, gibt es für Substanzen wie Bisphenol A oder die Weichmacher Phthalate Grenzwerte für die tägliche Aufnahmemenge. Was jedoch alle Kunststoffarten zusammen im Körper anrichten, ist längst noch nicht erforscht.

Was uns bleibt, ist der Müll: Im Jahr 2012 betrug die weltweite Recyclingquote für Kunststoffabfälle nur etwa 3 Prozent - bei jährlich produzierten 280 Millionen Tonnen. 2018 sollen es „immerhin“ 8 Prozent gewesen sein. Der Rest wird verbrannt oder deponiert, vom Wind verblasen oder ins Meer gekippt, wo er zerfällt und überall auf unserem Planeten die Umwelt belastet. In den Weltmeeren beträgt das Verhältnis Plastik zu Plankton mittlerweile 6:1 und Seevögel sowie Fische sterben mit vollem (Plastik-)Magen.

Werden wir es schaffen, Plastik durch nachhaltigere Produkte zu ersetzen; ihn aus biologisch abbaubaren Stoffen herzustellen? Unseren Konsum einzuschränken und beim notwendigen Einkauf keinen Müll mehr zu produzieren? Können wir Vorbilder werden für unsere Kinder, Freunde, Kollegen? Die Politik dazu bewegen, entsprechende Gesetze und Ver-ordnungen zu erlassen und die Rahmenbedingungen zu verändern? Die Industrie zwingen, umwelt- und gesundheitsbewusst zu wirtschaften?

In der Diskussion wurden konkrete Antworten und Alternativen vorgesellt. Die neuen Unverpackt-Stationen beispielsweise im Edeka-Center und im Bio-Markt Lauf sind erste Schritte. In Lauf möchte man sich, so war man sich mit Bürgermeister Benedikt Bisping einig, die Müllvermeidung vom Kindergarten über die Schulen bis zum Handel in neuen Kampagnen aktiv aufgreifen. Gabriele Drechsler, Fraktionssprecherin der Grünen im Nürnberger Land kündigte an, das Thema Abfallvermeidung im Kreistag noch intensiver einzubringen: „Hier kann noch sehr viel mehr getan werden“.

Die Antworten auf diese Fragen und Herausforderungen und deren Umsetzung werden über unsere Zukunft entscheiden! Die Gäste und „zero-waste-helden“ aus Nürnberg zeigten, was bereits jetzt möglich ist und die Projektreihe „Lauf - bewusst wie“ der Laufer Grünen soll Tipps an die Hand geben, was jeder Einzelne im Alltag tun kann: Mit den beiden Workshops „Pflegeprodukte und Putzmittel selber herstellen“ am 12. Okt. und „Upcycling“ am 16.11. jeweils von 10 bis 13 Uhr im Grünen Haus in der Christoph-Treu-Str.

Text: Renate Meyer

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