Rund 250 Menschen setzen Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Die Demonstration „Nein zur Gewalt gegen Frauen!“ am 9. Mai in Altdorf hat ein starkes Zeichen gesetzt: Rund 250 Menschen folgten dem Aufruf des Organisationsteams aus dem Kreisverband Nürnberger Land und gingen gemeinsam auf die Straße, um deutlich zu machen: Gewalt gegen Frauen ist kein privates, sondern ein gesellschaftliches Problem – gerade im ländlichen Raum oft verbunden mit besonderen Herausforderungen.

Denn noch immer wird Frauenfeindlichkeit vielerorts als normal oder vermeintliche Tradition verharmlost. Gleichzeitig erschweren die engen sozialen Strukturen dörflicher Gemeinschaften und fehlende Hilfsangebote Betroffenen häufig, Gewaltsituationen zu verlassen.

Vielfältige Beiträge und klare politische Botschaften

Die Kundgebung war geprägt von eindrucksvollen Redebeiträgen, Kunst, Musik und großer Solidarität unter den Teilnehmenden – mehrheitlich Frauen, aber auch vielen Männern.

Dr. Bianca Pircher, Fraktionssprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag, machte in ihrem Redebeitrag deutlich, wie vielfältig die Gewalterfahrungen von Frauen sind, und bekräftigte ihre Forderung nach einem eigenen Frauenhaus im Nürnberger Land.

Angelika Brandstätter, Vorständin des Frauenhauses Schwabach, machte auf die prekäre finanzielle Situation dieser wichtigen Einrichtung aufmerksam. Sonja Ständner (OV Altdorf) berichtete in einfacher Sprache von eigenen Gewalterfahrungen, während Christine Krischka insbesondere die Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen thematisierte.

Die Idee zur Demonstration hatte Kai-Uwe Kuwertz (OV Schwarzenbruck). Sein Ausgangspunkt und die Botschaft seines Redebeitrags: Für Männer reicht es nicht mehr aus, lediglich keine Täter zu sein – sie müssen sich aktiv gegen strukturelle Gewalt und die Benachteiligung von Frauen positionieren.

Auch die Streikkompliz:innen, ein feministisches Netzwerk aus Nürnberg, beteiligten sich mit einem Beitrag auf der Bühne. Ergänzt wurde das Programm durch die Poetry-Slammerin Maron Fuchs sowie durch Rebecca Lenhard (MdB), die die Demonstration mit ihrer Expertise als Sprecherin für Digitales der Bundestagsfraktion unterstützte.

Abgerundet wurde die Kundgebung durch literarische Beiträge von Eva Mikeska aus Altdorf, Musik von Jörg Szameitat. Klar und engagiert führte Petra Winterstein (OV Schwarzenbruck) als Moderatorin durch das Programm.

Breites Bündnis und starke Netzwerke

Das Orga-Team der Demo: vorne (v. l.) Petra Winterstein (OV Schwarzenbruck), Saskia Gumbert (OV Feucht, Kreisrätin), Susanne Pannewick (OV Altdorf)
hinten (v. l. Mario Rubel (OV Schwarzenbruck), Linus Gürne (Grüne Jugend Nürnberger Land), Sonja Ständner (OV Altdorf), Felix Späth (OV Lauf a. d. Pegnitz), Kai-Uwe Kuwertz (ehem. Kreissprecher, OV Schwarzenbruck)

Zum Organisationsteam gehörten neben den bereits genannten Mitgliedern außerdem die Kreis- und Marktgemeinderätin Saskia Gumbert (OV Feucht), Kreisvorstandsmitglied Felix Späth (OV Lauf a.d. Pegnitz), Mario Rubel (OV Schwarzenbruck), Susanne Pannewick (OV Altdorf) sowie Linus Gürne von der Grünen Jugend Nürnberger Land.

Unterstützt wurde die Arbeit des Teams von einem breiten Bündnis aus zivilgesellschaftlichen und politischen Organisationen: dem Frauennotruf Nürnberger Land, der Linken Nürnberger Land, der ÖDP Nürnberger Land, der Grünen Jugend Nürnberger Land, Terre des Femmes, dem Team Vielfalt Nürnberger Land sowie den SPD-Ortsverbänden Altdorf und Schwarzenbruck.

Die große Beteiligung und die vielen unterstützenden Beiträge haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark gesellschaftlicher Zusammenhalt sein kann. Innerhalb von nur fünf Wochen entstand aus einer Idee eine beeindruckende Demonstration, getragen von Menschen, die organisiert, aufgebaut, gesprochen, musiziert und unterstützt haben. Ein entscheidender Beitrag waren dann die vielen Menschen, die sich sichtbar diesem Zeichen anschlossen und es mit Dasein und Beifall stark machten.

Ortsverbände als Grundlage politischer Arbeit

Dass diese Demonstration so erfolgreich stattfinden konnte, lag vor allem daran, dass sich Mitglieder aus vier Ortsverbänden inhaltlich zusammengeschlossen und gemeinsam organisiert haben. Viele der kulturellen und politischen Beiträge wurden durch Netzwerke ermöglicht, die über Jahre aus der kommunal- und gesellschaftspolitischen Arbeit dieser Ortsverbände entstanden sind.

Gerade diese gewachsenen lokalen Strukturen machen politische Arbeit vor Ort möglich und wirksam. Die Demonstration hat deshalb auch gezeigt, wie wichtig es ist, die politische Arbeit der Ortsverbände zu stärken und zu unterstützen.

Unser Dank gilt allen, die dabei waren und gemeinsam laut und sichtbar „Nein zur Gewalt gegen Frauen!“ gesagt haben.

Bilder: Saskia Gumbert

Keine einzige Stellvertreterin…