01.09.2015

Grüne Fraktion besucht den Landkreis Tirschenreuth in Sachen ÖPNV

Bild vor dem LRA Tirschenreuth - vl: Horst Topp, Dr. Ulrike Eyrich, Peter Zimmert und Dorothea Müller Philipps Sohn  

von Horst Topp

Nachdem sich die Grüne Kreistags-Fraktion schon über den gut funktionierenden Stadtverkehr in Eichstätt informiert hatte, ging es nun zum Landkreis Tirschenreuth. Eine Abordnung der Fraktion, besuchte zusammen mit einer Stadtratskollegin aus Hersbruck den Flächenlandkreis mit ca. 75 000 Einwohnern. Seit 3 Jahren läuft dort eine Testphase (mit Unterstützung des Freistaats), die öffentlichen Linien in einen Bedarfsverkehr umzuwandeln. Dabei wird das Angebot auf die Nachfrage abgestimmt, das „BAXI“ (Bus +Taxi), wie es heißt, fährt (nach Fahrplan) nur, wenn es angefordert wird, von festen Haltestellen zu Wunschzielen, die Ankunftszeit wird garantiert. Es muss 90 Minuten vorher bestellt werden. Das Fazit nach 15 Monaten Testphase ist, dass doppelt so viele Fahrten geordert wurden als angenommen

Dadurch kostet es zwar mehr als geschätzt, aber das liegt wohl auch im Sinne der Nutzer und der Umwelt.

Peter Zimmert, der seit 1979 das ÖPNV-Amt im Landkreis mit Herzblut leitet und Initiator dieses Versuchs ist, meint: „1 Punkt Kreisumlage muss dem Landkreis ein Nahverkehrsangebot wert sein, das im Rahmen der Daseinsvorsorge vorzuhalten ist“. Gerade in einer Zeit des demografischen Wandels, die Menschen werden immer älter, muss es eine Pflicht des Landkreises sein, den Einwohnern von allen Wohnorten aus, das Einkaufen, Arztbesuche (Apotheken) und Besuche der Behörden mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherzustellen.

Das Mobilitätskonzept der Tirschenreuther ist eine Bestandsaufnahme, der eine Befragung der Bevölkerung vorausging (ca. 15% der Fragebögen kamen zurück – das wird als recht gut eingestuft). Das Ergebnis waren 18 Baxi-Linien (je ein Fahrer mit 8 Sitzplätzen). Bei erhöhter Nachfrage können auch zwei Fahrzeuge eingesetzt werden - der Linienfahrplan ist flexibel.

Die Fraktion wird sich weiter informieren, um der Forderung, weg vom Individualverkehr, nachzukommen. Das Angebot im öffentlichen Personen-Nahverkehr muss für alle Einwohner des Landkreises so interessant sein, dass es auch angenommen wird. Eines der nächsten Ziele wird wohl der Landkreis Forchheim sein, der den ÖPNV im Stundentakt anbietet. Ergebnisse der Erkenntnisse aus diesen Besuchen wird die Fraktion in die Arbeitsgruppe ÖPNV beim Landkreis einbringen.

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