Heiße Sommer, aufgeheizte Innenstädte und fehlende Schattenplätze: Die Folgen des Klimawandels sind auch im Nürnberger Land spürbar. Doch wie können wir unsere Städte und Gemeinden besser auf zunehmende Hitze vorbereiten? Welche Maßnahmen helfen konkret vor Ort? Und was können wir als GRÜNE auf kommunaler Ebene bewegen?
Mit diesen Fragen haben sich engagierte Mitglieder und Interessierte am 17. Oktober 2026 in der Kreisgeschäftsstelle von Bündnis 90/Die Grünen in Lauf beschäftigt. Bei einem gemeinsamen Arbeitstreffen wurden zahlreiche Ideen gesammelt, konkrete Handlungsmöglichkeiten diskutiert und erste nächste Schritte vereinbart. Aus dem Austausch entstand direkt eine neue Initiative: Der Arbeitskreis Hitzeschutz wurde gegründet!
Hitzeschutz beginnt vor unserer Haustür
Hitze ist längst nicht mehr nur ein Thema für besonders heiße Sommertage. Steigende Temperaturen und längere Hitzeperioden stellen unsere Kommunen vor neue Herausforderungen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen und alle, die sich an heißen Tagen nicht ausreichend vor hohen Temperaturen schützen können.
Deshalb braucht es Maßnahmen, die den Alltag der Menschen unmittelbar verbessern. Beim Arbeitstreffen wurde eine ganze Reihe konkreter Ideen diskutiert:
- Kühle Orte sichtbar machen: Wo gibt es im Landkreis schattige Plätze, öffentliche Gebäude oder andere Orte, an denen Menschen an heißen Tagen Abkühlung finden können? Eine digitale Karte könnte solche Orte leichter auffindbar machen.
- Trinkwasser zugänglich machen: Öffentliche Trinkwasserstellen und Möglichkeiten zum kostenlosen Auffüllen von Wasserflaschen sollen erfasst und bekannter gemacht werden.
- Mehr Schatten und weniger versiegelte Flächen: Bäume, Begrünung und Entsiegelung können helfen, die Aufheizung öffentlicher Räume zu reduzieren.
- Einrichtungen besser vorbereiten: Gerade Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen brauchen geeignete Schutzmaßnahmen. Hier sollen Erfahrungen ausgetauscht und bewährte Lösungen gesammelt werden.
- Private Maßnahmen unterstützen: Auch im eigenen Garten oder am Wohngebäude können Bäume, Sonnenschutz und Entsiegelung einen Beitrag leisten. Informationen über geeignete Maßnahmen und Fördermöglichkeiten sollen leichter zugänglich werden.
Dabei wurde deutlich: Hitzeschutz ist nicht allein eine Frage großer Investitionen. Oft können schon kleinere, gut koordinierte Maßnahmen vor Ort einen spürbaren Unterschied machen.
Vom Austausch zur konkreten politischen Arbeit
Der neue Arbeitskreis möchte nicht nur Ideen sammeln, sondern deren Umsetzung auf unterschiedlichen politischen Ebenen voranbringen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei unsere GRÜNEN Ortsverbände. Sie kennen die Situation in ihren Städten und Gemeinden und können konkrete Probleme vor Ort aufgreifen. Bis April 2027 sollen deshalb Ideen für lokale Aktionen und Mitmachprojekte entwickelt werden – beispielsweise zur Erfassung kühler Orte, zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung oder zu Begrünungsmaßnahmen.
Gleichzeitig soll der Austausch mit Einrichtungen, Vereinen und Ehrenamtlichen gestärkt werden. Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Feuerwehren und andere Organisationen verfügen über wertvolle Erfahrungen und können wichtige Partner beim Hitzeschutz sein.
Auch erfolgreiche Beispiele aus anderen Kommunen sollen genutzt werden. Statt überall bei null anzufangen, wollen wir prüfen, welche bewährten Lösungen sich auf das Nürnberger Land übertragen lassen.
Hitzeschutz braucht auch politische Unterstützung
Neben einzelnen Maßnahmen vor Ort wurde beim Treffen auch darüber diskutiert, wie Hitzeschutz auf Landkreisebene stärker verankert werden könnte. Eine Idee ist die Entwicklung eines kreisweiten Hitzeschutzkonzepts, das bestehende Angebote bündelt, Versorgungslücken sichtbar macht und konkrete Maßnahmen aufzeigt.
Dafür müsste zunächst ermittelt werden, wo besonders hoher Handlungsbedarf besteht, welche Menschen und Einrichtungen besonders betroffen sind und welche Schutzmaßnahmen bereits umgesetzt werden.
Auch die Kreistagsfraktion könnte dabei eine wichtige Rolle spielen, etwa indem sie das Thema politisch aufgreift und Möglichkeiten für ein gemeinsames Vorgehen im Landkreis prüft. Der neue Arbeitskreis möchte dazu Ideen und Anregungen erarbeiten und den Austausch mit den kommunalpolitisch Aktiven suchen.
Denn wirksamer Hitzeschutz braucht beides: Engagement vor Ort und politische Rahmenbedingungen, die konkrete Verbesserungen ermöglichen.
Aus vielen Ideen wird ein neuer Arbeitskreis
Am Ende des Treffens war klar: Das Thema ist zu wichtig, um es bei einer einmaligen Veranstaltung zu belassen. Deshalb haben die Teilnehmenden direkt den AK Hitzeschutz gegründet.
Der Arbeitskreis soll künftig den Austausch zwischen Interessierten ermöglichen, Informationen und gute Praxisbeispiele sammeln, konkrete Projekte entwickeln und die politische Arbeit auf Kreis- und Gemeindeebene unterstützen.
Die Kommunikation läuft zunächst über eine gemeinsame Signal-Gruppe. Dort können Ideen eingebracht, Informationen ausgetauscht und nächste Schritte gemeinsam besprochen werden.
Dabei ist ausdrücklich Platz für unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen. Ob aus der Kommunalpolitik, dem Ehrenamt, aus Bildungseinrichtungen oder einfach aus Interesse am Thema: Hitzeschutz betrifft uns alle.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht!
Du hast Ideen, wie wir das Nürnberger Land besser vor Hitze schützen können? Du kennst Orte, an denen dringend mehr Schatten oder Trinkwasser gebraucht wird? Oder möchtest du dich einfach mit anderen Interessierten austauschen und an konkreten Lösungen mitarbeiten?
Dann melde dich gerne bei uns!
Wer im neuen AK Hitzeschutz mitarbeiten möchte, kann sich in unsere Signal-Gruppe aufnehmen lassen. Auch unabhängig von einer aktiven Mitarbeit freuen wir uns über Hinweise, Anregungen und konkrete Vorschläge aus den Städten und Gemeinden des Landkreises.
Unser Ziel ist ein Nürnberger Land, das auch bei steigenden Temperaturen lebenswert bleibt. Dafür wollen wir gemeinsam Ideen entwickeln, politische Maßnahmen anstoßen und vor Ort ins Handeln kommen.
Denn wir können die zunehmende Hitze nicht verhindern, indem wir wegschauen. Aber wir können gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Städte und Gemeinden besser darauf vorbereitet sind.
