Haltung zeigen im Landkreis: Für Demokratie, Würde und Zusammenhalt

Am Samstag, den 7. Februar 2026, sind auf dem Marktplatz in Lauf mehrere hundert Menschen zusammengekommen, um ein deutliches Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen. Nach Schätzungen der Polizei beteiligten sich bis zu 350 Bürgerinnen und Bürger an der Kundgebung.

Aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Initiativen und engagierten Einzelpersonen. Anlass war das erstmalige Antreten der AfD mit eigenen Listen bei den anstehenden Kommunalwahlen in mehreren Städten und Gemeinden des Landkreises Nürnberger Land.

Die Vielfalt der Redebeiträge spiegelte die Breite dieses Bündnisses wider: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gewerkschaften, Kirche und Zivilgesellschaft machten deutlich, dass demokratische Grundwerte keine Selbstverständlichkeit sind – und dass sie verteidigt werden müssen, wenn sie in Frage gestellt werden.

Auch unsere Landratskandidatin Bianca Pircher hat auf dieser Kundgebung gesprochen. Ihr Beitrag stand nicht für parteipolitische Abgrenzung, sondern für eine klare demokratische Haltung. Im Mittelpunkt ihrer Rede stand die Überzeugung, dass Demokratie mehr ist als ein formales System aus Wahlen und Gesetzen – sie ist eine Haltung, die sich im täglichen Umgang miteinander zeigt.

(c) Nadine Rodler

Demokratie lebt vom Streit, von unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven. Sie setzt jedoch voraus, dass dieser Streit auf der Grundlage von Respekt, Menschenwürde und gegenseitiger Anerkennung geführt wird. Dort, wo Angst gezielt als politisches Instrument eingesetzt wird, wo gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt und ausgegrenzt werden, geraten diese Grundlagen in Gefahr.

Unsere Landratskandidatin betonte in ihrer Rede, dass eine demokratische Gesellschaft vieles aushalten kann: kontroverse Debatten, Provokationen und harte Auseinandersetzungen. Was sie jedoch nicht aushalten darf, ist die systematische Missachtung ihrer eigenen Werte und Prinzipien. Demokratie muss sich schützen – nicht aus Intoleranz, sondern um Freiheit, Würde und Zusammenhalt zu bewahren.

Gerade auf kommunaler Ebene zeigt sich, wie tragfähig unsere demokratische Kultur ist: in Kreistagen, Gemeinderäten, Verwaltungen und im alltäglichen Miteinander. Demokratie bleibt nicht von allein bestehen. Sie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, Haltung zeigen und sich einmischen – sachlich, klar und menschenwürdig.

Die Rede von Bianca dokumentieren wir nachfolgend im vollständigen Wortlaut:


Wir stehen heute hier nicht, weil wir Angst haben. Wir stehen hier, weil wir Hoffnung haben.

Hoffnung darauf, dass dieses Land mehr ist als das Lauteste, das Härteste, das Rücksichtsloseste. Hoffnung darauf, dass unser Zusammenleben stärker ist als jede Spaltung. Und Hoffnung darauf, dass wir selbst entscheiden, wer wir sein wollen.

Denn Demokratie ist kein Zustand. Demokratie ist eine Haltung. Sie zeigt sich nicht nur in Gesetzen – sondern im Umgang miteinander.

In den letzten Jahren haben viele von uns erlebt, wie der Ton rauer geworden ist. Wie Menschen wieder anfangen, andere auszugrenzen. Wie aus Nachbarn Fremde werden sollen. Wie aus Unterschiedlichkeit ein Problem gemacht wird.

Und genau hier beginnt unsere Verantwortung.

Denn eine Gesellschaft zerbricht nicht zuerst an Gesetzen. Sie zerbricht an Gleichgültigkeit. An dem Moment, in dem wir wegsehen. An dem Moment, in dem wir schweigen, weil es bequemer ist.

Aber wir sind heute nicht hier, um zu schweigen.

Wir sind hier, um zu sagen: Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.

Nicht nach Herkunft. Nicht nach Religion. Nicht nach Lebensentwürfen. Nicht nach Stärke oder Schwäche.

Demokratie bedeutet nicht, dass wir uns immer einig sind. Sie bedeutet, dass wir streiten können, ohne uns zu verachten. Dass wir widersprechen können, ohne einander die Würde abzusprechen.

Und ja – dieser Weg ist anstrengend. Er ist langsamer als einfache Parolen. Er ist unbequemer als Schuldzuweisungen.

Aber er ist der einzige, der uns als Gesellschaft zusammenhält.

Denn überall dort, wo Menschen gegeneinander aufgebracht werden, wo Angst zur politischen Methode wird, wo Ausgrenzung als Lösung verkauft wird, verliert am Ende nicht eine Gruppe – sondern wir alle.

Wir verlieren Vertrauen. Wir verlieren Zusammenhalt. Wir verlieren Zukunft.

Und deshalb müssen wir heute auch klar sein. Nicht aggressiv. Nicht hasserfüllt. Aber unmissverständlich.

Eine Demokratie kann vieles aushalten. Sie kann Streit aushalten. Sie kann unterschiedliche Meinungen aushalten. Sie kann auch Provokation aushalten.

Aber was sie nicht aushalten darf, ist die systematische Missachtung ihrer eigenen Grundlagen.

Eine Partei, die Menschen gegeneinander aufbringt, die Ausgrenzung normalisiert, die Respekt und Würde relativiert, die unsere Gesellschaft spalten will, hat in einer offenen, demokratischen Ordnung keinen Platz.

Nicht, weil wir intolerant wären. Sondern weil Demokratie sich selbst schützen muss.

Denn Toleranz endet dort, wo sie zur Abschaffung von Toleranz missbraucht wird. Freiheit endet dort, wo sie anderen genommen werden soll.

Und genau deshalb stehen wir heute hier.

Nicht aus Hass. Nicht aus Überheblichkeit. Sondern aus Verantwortung.

Weil wir wissen, dass Demokratie nicht von allein bleibt. Dass sie verteidigt werden muss – nicht mit Gewalt, sondern mit Haltung. Mit Klarheit. Mit Menschlichkeit.

Wir stehen hier für ein Land, in dem niemand Angst haben muss, so zu sein, wie er oder sie ist. Für ein Land, in dem Unterschiede nicht spalten, sondern getragen werden.

Und diese Entscheidung, Die treffen wir.

Hier. Heute. Und jeden einzelnen Tag.